Kaltenecker, Gertraud Anna Maria

Gertraud Kaltenecker

Musikerin

* 20. Mai 1915 in Regensburg
† 16. August 2004 in Landshut

Komponistin und Sängerin
Nordgaupreis für Musik 2002


Biographie:

Gertrud Kaltenecker wuchs in Regensburg auf und erhielt ab ihrem siebten Lebensjahr Klavierunterricht, zu dem später Geigenunterricht hinzukam. Nach dem Abschluss des Lyzeums am Institut der Englischen Fräulein 1932 besuchte sie die Höhere Handelsschule, woraufhin sie zunächst als Bürokraft in einer Apotheke und ab 1936 als Verwaltungsangestellte beim Arbeitsamt Regensburg arbeitete.
Der Musik widmete sie sich jedoch weiterhin. Ab 1935 nahm sie privaten Musikunterricht bei Max Jobst, bevor sie ab 1943 eine Hospitanz an der Regensburger Kirchenmusikschule begann und erste Engagements als Gesangssolistin fand. Sie wechselte dann 1946 an die Akademie der Tonkunst in München, wo sie sich bis 1948 unter anderem von Joseph Haas in Komposition ausbilden ließ. Obwohl Kaltenecker ihr Studium 1948 erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete sie hauptberuflich ab 1949 als Sekretärin in Regensburg und wirkte lediglich nebenberuflich als Komponistin und Sängerin.

Bedeutung:

Kalteneckers Schaffen umfasst über 90 Kompositionen, die sowohl Kirchen- und Kammermusik als auch Lieder, Klavier-, Orgel- sowie Orchesterkompositionen einschließen. Die Orgelwerke nehmen dabei einen besonderen Rang innerhalb ihres Ouvres ein, die oft Auftragskompositionen für Regensburger Kirchen darstellten. Regensburg bildete insegesamt betrachtet das Zentrum ihres Schaffens, da hier ein Großteil ihrer Kompositionen bei den verschiedenen Verlagen veröffentlicht wurde und zur Uraufführung kam. Auch vertonte sie eine Reihe von Gedichten der Regensburger Schriftstellergruppe International wie in dem Liederzyklus Spirale aus dem Jahr 1975.

Stilistisch lehnt sich Kaltenecker an ihren Lehrer Joseph Haas an und komponiert vornehmlich mit einer tonal gebundenen Harmonik ohne sich von Atonalität oder Dodekaphonie beeinflussen zu lassen.
Für ihre musikalische Arbeit als Komponistin und Interpretin in und um Regensburg erhielt sie 2002 den Nordgaupreis für Musik.


Werke:

Auswahl:

  • Orgelmusik u.a. Sechs Choralvorspiele für Orgel op. 52, 1985
  • Klaviermusik u.a. Altbayerische Miniaturen, 1973
  • Vokalmusik u.a. Spirale. 7 Lieder für Bariton und Klavier nach Gedichten der Regensburger Schriftstellergruppe op. 43, 1975
  • Kammermusik u.a. Suite für Fagott und Klavier op. 38, 2011

Literatur, Links:

  • Emmerig, Thomas (Hrsg.): Musikgeschichte Regensburgs, Regensburg 2006
  • Kraus, Eberhard: Sonntäglichen Orgelstunden, Regensburg 1995 (Programmheft)
  • Suder, Alexander L. (Hrsg.): Gertraud Kaltenecker, Tutzing 1999 (Komponisten in Bayern 37)

Autor: OKB / Heike Nasritdinova